Die Programmiersprache SAP ABAP bildet seit Jahrzehnten das Rückgrat zahlloser Unternehmensprozesse weltweit. Doch in einer Zeit, in der Cloud-Strategien und In-Memory-Datenbanken wie SAP HANA den Markt dominieren, stellt sich oft die Frage:
Wie zukunftssicher ist ABAP?
Die Antwort ist eindeutig: ABAP ist keine Altlast, sondern entwickelt sich kontinuierlich weiter, um den Anforderungen moderner IT-Architekturen gerecht zu werden.
ABAP (Advanced Business Application Programming) ist die proprietäre Programmiersprache von SAP. In ihren Kernelementen weist sie einige Parallelen zur Programmiersprache COBOL auf und wird primär dazu verwendet, Programme, Berichte und Anwendungen im SAP-Kontext zu entwickeln.
Software von SAP wird weltweit von tausenden Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen genutzt. Die Anwender reichen vom großen Mittelstand bis hin zu globalen Konzernen wie Microsoft, Siemens oder Nestlé. All diese Unternehmen setzen SAP-ERP oder SAP S/4HANA ein. Das impliziert, dass intern oder durch Dienstleister Anpassungen mittels ABAP-Entwicklung erforderlich sind, um maßgeschneiderte Geschäftsprozesse abzubilden, Berichte zu generieren oder Schnittstellen zu Drittsystemen zu realisieren.
ABAP bietet Funktionen, die in klassischen Allzweck-Programmiersprachen oft nur über Umwege realisierbar sind.
| Besonderheit | Beschreibung |
| Integrierte Datendefinition | Mit Core Data Services (CDS) Views können Datenmodelle direkt in der Datenbank definiert und nahtlos mit der ABAP-Logik kombiniert werden. |
| Massendatenverarbeitung | Optimiert für große Datenmengen. Indem Rechenoperationen direkt auf die leistungsstarke Datenbank verlagert werden (z.B. über CDS Views), wird die Performance erheblich gesteigert. |
| Interne Tabellen | Eine Kernstruktur zur dynamischen Speicherung und Verarbeitung von Daten im Arbeitsspeicher während der Laufzeit. Essenziell für komplexe Datenmanipulationen. |
| 4GL-Sprache (Fourth Generation Language) | Ausgelegt auf hohe Produktivität und Lesbarkeit. Befehle erinnern an englische Sätze (SELECT, MOVE, WRITE), was die Entwicklung von Standard-Geschäftsanwendungen sehr effizient macht. |
Bei ABAP handelt es sich um eine hybride Programmiersprache. Entwickler können sowohl prozedural als auch objektorientiert (ABAP OO) programmieren.
Objektorientierung in SAP bedeutet, dass Programme aus Objekten bzw. Klassen bestehen, die Daten und die dazugehörigen Funktionen bündeln. Jedes Objekt, beispielsweise ein „Kunde“ oder ein „Material“, besitzt eigene Eigenschaften und kann Aufgaben selbstständig ausführen. Das zwingt Entwickler jedoch nicht dazu, sich strikt auf ein Paradigma festzulegen. Die SAP hat die Sprache interoperabel gestaltet: Prozedurale und objektorientierte Blöcke können sich nahtlos gegenseitig nutzen und aufrufen. Der Einsatz von ABAP Objects führt in der Praxis jedoch zu strukturierterem, wiederverwendbarem und leichter zu wartendem Code.
ABAP wird hauptsächlich für die Abbildung und Optimierung von Unternehmensprozessen eingesetzt und bietet bereits im SAP-Standard einen enormen Funktionsumfang. Die wesentlichen Einsatzgebiete umfassen:
Für die Kommunikation zwischen einem SAP-System und externen Systemen (sowohl SAP als auch Non-SAP) gibt es standardisierte Wege:
Mit der Einführung von S/4HANA hat sich die Art und Weise, wie ABAP verwendet wird, fundamental weiterentwickelt. Die In-Memory-Technologie der HANA-Datenbank ermöglicht eine extrem schnelle Datenverarbeitung im Arbeitsspeicher. ABAP wurde gezielt auf diese In-Memory-Technologien optimiert.
Zudem wurde ein neues, stark vereinfachtes Datenmodell entworfen. Durch die Core Data Services (CDS) ist die Datenmodellierung nun direkt in die ABAP-Schicht integriert. Da SAP mit S/4HANA eine strikte Cloud-First-Strategie verfolgt, wurde auch ABAP für die Entwicklung innerhalb der Cloud optimiert (Stichwort: SAP BTP ABAP Environment). ABAP ist somit keine veraltete Technologie, sondern bleibt das zentrale Fundament, um maßgeschneiderte Geschäftsprozesse in modernen SAP-Systemen zu modellieren.
Der Umstieg auf S/4HANA erfordert oft eine Überprüfung und Anpassung des bestehenden Custom-Codes. SAP bietet hierfür leistungsstarke Tools an:
Diese Werkzeuge ermöglichen es, die bestehende Landschaft zu analysieren, redundante Entwicklungen zu identifizieren und den Migrationsprozess effizient und fehlerarm zu gestalten.
Die Werkzeuglandschaft für ABAP-Entwickler hat sich in den letzten Jahren stark modernisiert:
Für Unternehmen ist es unabdingbar, dass Eigenentwicklungen den Compliance-Richtlinien entsprechen. Revisionssichere und audit-konforme ABAP-Entwicklung bedeutet vor allem Transparenz und Nachvollziehbarkeit.
Geschäftskritische Daten dürfen niemals durch direkten Zugriff auf Datenbanktabellen geändert werden. Stattdessen müssen standardisierte SAP-Funktionen (BAPIs) oder Schnittstellen genutzt werden, die sicherstellen, dass Änderungen korrekt verarbeitet werden. Ebenso wichtig ist die Protokollierung durch Änderungsbelege oder Anwendungsprotokolle, um nachzuvollziehen, wer welche Werte modifiziert hat.
Zusätzlich müssen Berechtigungsprüfungen (AUTHORITY-CHECK) im Code verankert sein. Auch Änderungen am Programmcode selbst bleiben über das SAP-Transportwesen und die Versionsverwaltung lückenlos nachvollziehbar. Prüfer können so exakt feststellen, welcher Entwickler wann eine Änderung vorgenommen hat.
Um die Qualität von Entwicklungen sicherzustellen, ist das Know-how der Entwickler entscheidend. Eine SAP ABAP Zertifizierung dient als offizieller Nachweis dieser Kenntnisse. Die Zertifizierung erfolgt direkt über das SAP Certification, um den Status aufrechtzuerhalten, muss das Zertifikat bei der SAP jährlich durch sogenannte „Stay Current“-Assessments erneuert werden.
Erfahrene Entwickler wissen im Rahmen ihrer Tätigkeit die wichtigen Aspekte der Governance Anforderungen und der Systemsicherheit im Allgemeinen nicht zu vernachlässigen, SAP bildet schließlich das Rückgrat Ihrer kritischen Geschäftsprozesse.
Die Migration, Neuentwicklung oder Anpassung von SAP-Systemen erfordert Erfahrung und Weitblick. OREXES begleitet Ihre Entwicklungsprojekte ganzheitlich – von der ersten Anforderungserhebung bis zur finalen Implementierung und Betreuung.
Wir nehmen Ihre Anforderungen sorgfältig auf und hinterfragen diese kritisch, um unnötige Komplexität zu vermeiden und Lösungen zu schaffen, die einen echten Mehrwert bieten. Dank unserer hohen Expertise decken wir alle Facetten der SAP-Entwicklung ab: sei es ABAP, Fiori, Workflows oder Dynpros. Auch bei komplexen ABAP-Migrationen im Rahmen von S/4HANA-Projekten stehen wir Ihnen als spezialisierte Beratungsfirma praxisnah zur Seite. Mit OREXES setzen Sie auf Fachkompetenz und strategisches Denken für nachhaltig erfolgreiche IT-Projekte.
Möchten Sie evaluieren, wie zukunftssicher Ihr bestehender ABAP-Code für eine S/4HANA-Migration aufgestellt ist, oder benötigen Sie Unterstützung bei einer individuellen Systemerweiterung?
Lassen Sie uns gerne in einem unverbindlichen Erstgespräch Ihre aktuelle Systemlandschaft analysieren. Gemeinsam identifizieren wir konkrete Optimierungspotenziale, bewerten die S/4HANA-Readiness Ihres Custom-Codes und zeigen Ihnen einen klaren nächsten Schritt auf – ganz unverbindlich und auf Ihre Anforderungen zugeschnitten.
Wir lieben den persönlichen Austausch, aber auch am Telefon reden wir gerne mit Ihnen. Sie erreichen uns unter:
(+49) 661 20600371In diesem FAQ beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um SAP ABAP. Dabei zeigen wir, welche Rolle ABAP heute in modernen SAP-Systemen spielt und warum sauber entwickelter Custom-Code entscheidend für stabile, zukunftssichere Geschäftsprozesse ist.
Ja. ABAP entwickelt sich kontinuierlich weiter und wurde mit S/4HANA gezielt auf In-Memory-Verarbeitung, die Cloud (SAP ABAP Cloud) und moderne Programmiermodelle wie RAP optimiert. Es bleibt das zentrale Fundament für maßgeschneiderte Geschäftsprozesse in modernen SAP-Systemen.
In der Regel ja. Mit Werkzeugen wie dem ABAP Test Cockpit (ATC) und der Custom Code Migration App lässt sich der bestehende Code auf S/4HANA-Readiness prüfen, bereinigen und gezielt anpassen. OREXES unterstützt Sie dabei von der Analyse bis zur Umsetzung.
Wir setzen auf standardisierte SAP-Funktionen (BAPIs) statt direkter Tabellenzugriffe, verankerte Berechtigungsprüfungen, lückenlose Protokollierung sowie das SAP-Transportwesen mit Versionsverwaltung – so bleibt jede Änderung transparent und nachvollziehbar.
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